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Ernährung und Kochen

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Jahrmillionen lebten die Menschen als Sammler und Jäger in und mit der Natur, sie waren allein auf die jahreszeitlichen Nahrungsmittel-Ressourcen angewiesen. Geregelte Vorratshaltung war erst möglich, als die Beherrschung des Feuerentfachens und der Gebrauch des Feuers für Kochgruben und Fleisch am Spieß oder das Trocknen und Räuchern zuließ. Während der Altsteinzeit sind für die Ernährung verfügbar: Wildfleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Vogeleier, sowie Wildobst, Wildgemüse und -kräuter, Pilze, Nüsse, Esskastanien und Honig.
Mit der Veränderung der klimatischen Verhältnisse von der letzten Eiszeit zum jetzigen gemäßigten Klima änderten sich auch die Pflanzen und somit auch die Tierwelt. Gräser mit besonders dicken Samenständen, feste stärkehaltige Wurzeln oder jahreszeitlich wachsende Kräuter konnten von den Familien regelmäßig geerntet werden.
Die nun ortsgebunden lebenden Bauern der Jungsteinzeit (vor ca. 7500 Jahren) züchteten die Haustiere immer weiter als Fleischvorrat und Lasttiere, säten und ernteten Getreide und Feldfrüchte.
Durch die neu erfundene Herstellung nicht verrottbarer Gefäße, den gebrannten Keramiktöpfen, war es von nun an möglich, Fleisch, Gemüse und Obst zu kochen und dadurch einige Zeit haltbar zu machen. Oberhalb der offenen Feuerstelle im Haus konnten auf Gestellen in Körben und Schalen ständig Lebensmittel getrocknet oder geräuchert werden, was einen besseren Schutz vor Ungeziefer bot und auch die längerfristige Versorgung sicherte. Getreide, Erbsen, Bohnen, Linsen sind getrocknet in Bodengruben bzw. Erdkellern oder kleineren Speichergebäuden ausserhalb der Häuser aufbewahrt worden.
In Öfen gebackenes Brot war länger haltbar. Brot scheint auch die Grundlage für erstes Bier gewesen zu ein. Durch zahlreiche Kulturkontakte in der Bronze- und der Keltenzeit kamen neue Pflanzen ins Land, wodurch sich auch die Vielfalt der Ernährung und die Zubereitungsarten änderten. Salz machte Nahrungsmittel haltbarer und schmackhafter. Spätestens als römische Soldaten in unser Land kamen, wurden mediterrane Nahrungsmittel auf direktem Weg in die Märkte gebracht.

Steinzeit-Küche - Kopie

Heilpflanzen

Heilpflanzen

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein wilder Strauß Blumen, ist in Wirklichkeit ein Bruchteil dessen, was uns die Natur an heilsamen und wirkungsvollen Pflanzen und Kräutern bereitstellt. Pflanzen, welche durch bestimmte Wirkstoffe Krankheiten lindern oder heilen, sind der Menschheit schon immer bekannt.

So weiß man, dass auch Tiere bestimmte Blätter oder Früchte zu sich nehmen, wenn sie sich nicht gut fühlen. Selbst manche Schimpansenstämme (ebenso auch Rinder und andere Tiere) suchen die Blätter von Pflanzen mit dem Inhaltsstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin). Genauso haben unsere Vorfahren bei medizinischen Problemen die Heilung durch Pflanzen gesucht. Diese Kenntnisse gehörten neben dem Wissen um die essbaren Pflanzen zum ältesten Erfahrungsschatz der Menschen. Auch bei der Gletschermumie "Ötzi" (Jungsteinzeit) fand man ein Stück des Baumpilzes Birkenporling, das als Heilmittel mit blutstillender Wirkung gewertet wird. Bis heute wird Säuglingen beispielsweise Stücke von Veilchenwurzeln zum Kauen und Lutschen gegeben, deren Inhaltsstoffe sollen bei der Zahnung helfen. Die entscheidenden Teile der Heilpflanzen können innerlich, äußerlich oder als Räucherwerk zu sich genommen werden.

Jagdtechniken

                               KnochenHarpune

Fleisch war immer ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Nahrung. Gleichzeitig lieferten Tiere sehr viele andere wichtige Materialien, wie Häute, Leder und Fell, Knochen, Horn und Geweih, Knorpel, Sehnen und Därme. Auch nach der neolithischen Revolution mit der Einführung der Viehzucht war die Jagd nach wie vor von großer Bedeutung. Je nachdem, in welcher Landschaft welche Tiere gejagt wurden, gab es eine Vielzahl verschiedener Techniken, um ihnen nachzustellen. Während Pfeil und Bogen, Speere und Angeln archäologisch bestens belegt sind, bleiben viele andere Strategien, wie z.B. Fallenstellen oder Treibjagden, im Verborgenen. Hier helfen ethnologische Beobachtungen, die einen Einblick in die Vielfalt der Jagdtechniken geben. Auch die Experimentelle Archäologie hilft, die einzelnen Techniken zu erforschen und den Wirkungsgrad und die Effizienz bei unterschiedlichsten Bedingungen zu rekonstruieren – natürlich OHNE den Einsatz von lebenden Tieren!

 

Vergessenes Wissen

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Wir wissen heute, wie man ein Smartphone bedient, wie die Bahnen der Planeten unseres Sonnensystems verlaufen und dass unsere Welt eigentlich aus lauter kleinen Atomen besteht. Unser Wissen ist unserer gegenwärtigen, zeitlich und örtlich abhängigen Lebenswelt angepasst.

Das Leben und die Welt unserer Vorfahren war eine gänzlich andere und entsprechend gab es Wissen und Fähigkeiten, welche heute in völlige Vergessenheit geraten sind. Mit Sicherheit kannten die Menschen damals die Wirkungen verschiedenster Pflanzen und Mineralien - sie wussten, wie man auch unter schwierigen Bedingungen an Trinkwasser kam, konnten mit einfachsten Hilfsmitteln funktionale Kleidung und Wohnstätten fertigen und konnten sich von der Natur ernähren. Wenngleich all dieses Wissen archäologisch nur sehr schwer fassbar ist, so beschäftigt sich heute dennoch ein kleiner Kreis von Menschen mit der Erforschung und Erprobung dieses verlorenen Schatzes. Im respektvollen Umgang mit "Mutter Natur" leben - ein krasser Gegensatz zu unserer heutigen industriellen Wegwerfgesellschaft, aber sicherlich ein Konzept mit Zukunft – vielleicht sogar das einzige.

Kulturtechniken

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„Kultur" als Begriff bezieht sich in der Archäologie z.B. nicht auf einen Besuch der Münchner Philharmonie oder auf fesselnde Literatur – Kultur ist die angenommene Lebensweise einer Personengruppe und ihre dabei angewendeten Verhaltensweisen und Techniken. Kulturtechniken sind dabei die Vorgehensweisen mit allen Hilfsmitteln, die dafür benötigt wurden. Damit stehen z.B. die Beherrschung des Feuers, das Herstellen von Feuersteinwerkzeugen, die Erfindung des Rades, der Weberei und sehr viele andere kulturelle Errungenschaften im Fokus der Menschheitsgeschichte.


Es sind Dinge, die durch Archäologen geborgen und dokumentiert werden und anhand deren Ausprägungen die Zuweisung zu verschiedenen Kulturgruppen möglich wird. Dieses Puzzle und die Rekonstruktion verschiedener Kulturtechniken zeigen die gewaltigen Leistungen, die unsere Vorfahren vollbracht haben. Auch wenn bei uns keine spektakulären Pyramiden oder Marmor-Tempel errichtet wurden und auch Gold eher selten zum Einsatz kam, so sind dennoch die kulturellen Leistungen und Errungenschaften in unserer eigenen Vor- und Frühgeschichte beachtlich – man muss sie nur erkennen, verstehen und erleben!

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  1. Mensch, Natur und Umwelt